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Das Eis-Schloss von Tarjej Vesaas
Norweger*innen, Lyrik, Debüts, Klassiker...

Hallo zusammen,

und herzlich willkommen an die paar neuen Gesichter, die hier in letzter Zeit eingetrudelt sind. Die Monate August und September waren doch reichlich intensiv, voll gepackt mit richtig vielen, richtig guten Büchern.

Wenn man das Ganze thematisch ordnen will, so steht die Literatur Norwegens an erster Stelle, gleich deren vier Bücher habe ich über die letzten zwei Monate besprochen. Einerseits sind da die beiden Debüts von Line Madsen Simenstad und Maria Kjos Fonn zu nennen. Während Simenstad in kurzen, zauberhaften Erzählungen von den kleinen Dramen des Alltags erzählt, geht es bei Maria Kjos Fonn in poetischer Sprache um einen Missbrauch in der Kindheit, und was ein solcher mit einem Leben anstellen kann. Andererseits, gesellen sich zu diesen Debüts zwei Klassiker: Café Krane von Cora Sandel und Das Eis-Schloss von Tarjei Vesaas. Alle vier grossartige Bücher, in die sich ein Blick mehr als lohnt.

Daneben gab es einen sehr interessanten Fall über ein Buch, welches ich kritisiert hatte. Der Mitternachts-Scholar wird vom Verlag als erotischer Roman beworben, womit ich gar nicht einverstanden war und bin. Der Verleger Rolf Bächi hat aber in einer längeren Replik seine Sichtweise dargestellt, das fand ich spannend und erhellend, weshalb ich mich entschied, diesen Beitrag um seine Replik zu erweitern. Unsere beiden Argumente stehen sich nun gegenüber, was für mich ein spannendes neues Element ist, welches ich wohl in Zukunft auch wieder versuchen werde einzubauen. Schlussendlich sollen sich die Lesenden selbst ein Bild machen können.

Auch Lyrik fand endlich wieder statt, dies mit drei spannenden und sehr unterschiedlichen Bänden. Während Luna Luna von Maren Kames ein von popkulturellen Referenzen durchzogene Coolness an den Tag legt, besingt Moritz Hürtgen im Band Angst vor Lyrik die menschlichen Ängste in Reimform. Eva Maria Leuenberger wiederum betrachtet den natürlichen Prozess der Dekarnation. Gut sind alle drei dieser Bücher!

Wie gesagt, es war viel los, zusätzlich gab es auch noch drei Klassiker/Wiederentdeckungen mit Ein Junge wie Kees, Nicht wie alle Andern und Eisbären. Einen längeren Artikel über das Verschwinden der Utopie aus der zeitgenössischen Literatur, aufgemacht an Christoph Kellers neu veröffentlichter Utopie Der Boden unter den Füssen und zuletzt einen empfehlenswerten Porträband von Simone Frieling über Schriftstellerinnen.

Das wärs vorerst wieder. Euch alles Gute und wir sehen uns in Frankfurt.
Nick

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BookGazette
Nick Lüthi
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